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2. Info Abend BH Korneuburg

Lt. Prof. Wruss wurden die Schadstoffe im Korneuburger Grundwasser bereits zu ca. 60 % entfernt. Die Donaueinleitung bleibt auf unbestimmte Zeit weiter aufrecht.

Worum geht's?

Die Amtsperiode von Frau Bezirkshauptmann Müller-Toifl begann ungewöhnlich. Neben der ersten Pressekonferenz der BH Korneuburg überhaupt wurde auch für Anfang 2012 ein Info Abend für die Bevölkerung angesetzt -- beides zum Unfall der Fa. Kwizda, dem Thema Korneuburger Grundwasser.

Am Mittwoch folgte der zweite, ebenfalls wieder zum Thema Grundwasser. Wärend ich beim ersten Info Abend nicht dabei war, empfand ich den zweiten als sehr Professionell organisiert mit einem interessanten Lineup von, wenn ich mich nicht verzählt habe, 17 Vortragenden und Mitorganisatoren.

Der Ablauf

Der Abend war gut strukturiert, mit Moderator Hansmann war auch gleich ein systemischer Coach dabei, der sich auch darum kümmerte, dass Fragen von der richtigen Person beantwortet wurden.

Ca. ein Drittel des Abends bestand aus Fachvoträgen zum aktuellen Sanierungsstand des Korneuburger Grundwassers. Zwei Drittel des Abends fragte das Publikum ausgibig nach und bekam von den Experten ausführliche Antworten.

Weiterführendes

Auf Seite zwei geht es weiter mit einer Kurzübersicht der Vorträge, auf Seite drei finden Sie das vollständige Video inkl. Zuschauerbeiträgen (Dauer ca. 3 Stunden)

Links

Grundwassersanierung Korneuburg - aktuelle Dokumente und Infos der BH Korneuburg
Grundwasser Verseuchung - Infoseite der Bürgerinitative
Bürgerinitiative - Diskussionen auf der Facebook Gruppenseite
Geruchsbarometer Leobendorf - Falls Sie etwas ungewöhnliches im Umfeld Leobendorf riechen, bitte melden


Vergangene Artikel

Protest gegen Donaueinleitung
Grundwasser Diskussion mit LAbg. Haller
[url=http://m.ko2100.at/?do=show_article&id=275]Politische (In)transparenz in Korneuburg

Die Vortragenden

(Video ab 3:45) Den Anfang machte Prof. Werner Wruss, der den aktuellen Sanierungs Status zusammenfasste. Nach wie vor werden ca. 2/3 des Clopyralids (der gefährlichste der Stoffe) via Aktivkohle herausgefiltert und ca. 1/3 ungefiltert in die Donau geleitet. Prof Wruss stellte bei den Zuschauerfragen klar, dass die Einleitung in die Donau weiterhin aufrecht erhalten wird und unproblematisch sei, weil bereits 1.5-2kg Anorganischer Stoffe täglich die Donau runterfließen und die 36g Clopyralid da keine Verschlechterung bringen. Insgesamt schätzt Prof. Wruss, dass bereits 60 % des Schadstoff Potentials entfernt wurden.

(Video ab 16:05) Dr. Thomas Ehrendorfer, zuständig für Hydrologie und Geo-Information beim Amt der NÖ Landesregierung, brachte den zweiten Vortrag und erklärte, in welchem Umfeld sich das Grundwasser wiederfindet und in welcher Form die Umschließung des Kwizda Werkes weitere Vergiftung verhindert. Im wesentlichen ist unter der Fa. Kwizda mehrere Meter tiefer Schotter, darunter eine wasserundurchlässige Schicht. Wenn man nun bis zum dem Schotter eine Dünnwand macht und den Wasserspiegel künstlich senkt, kann dort nichts mehr raus. Im Badeteich Bisamberg findet sich übrigens nach wie vor Clopyralid, wie das dort rein kam ist nach wie vor unklar.

Geruch und Abbau Test

(Video ab 38:00) DI Harald Rosenberger von der Abteilung Umwelttechnik / Luft des Landes NÖ setzte die Vortrags Reihe mit Emissionen und Imissionen der Luft fort, wer hier was im Umfeld Kwizda riecht, möge das bitte auch im Geruchsbarometer Leobendorf melden. Mit den drei vorstellbaren Photoionisation, Oxidativer Wäscher und Aktivkohleabsorber wird noch bis Jahresende ein Versuchsbetrieb gefahren, dann wir das erfolgreichste Verfahren umgesetzt.

(Video ab 47:00) Forschungsprojekt IFA Tulln, vorgestellt von Prof. Andreas Paul Loibner, Department für Altlasten Management. Wärend das Thiamethoxam mikrobiell recht schnell (innerhalb von 2 Monaten) abbaubar ist, war es bei Florasulam nicht möglich, innerhalb von 5 Wochen unter den Grenzwert zu kommen. Bei Clopyralid und Flumetsulam konnte keine signifikante Abbauung bemerkt werden. Clopyralid benötigt am Feld zwischen 30 und 50 Tage für den Abbau, im Grundwasser sind es eher 300 bis 500 Tage.

Humantoxologie

(Video ab 59:45) Den Abschluss des Vortragsteils machte Tamara Grummt mit einem Vortrag über die Humantoxikologische Untersuchung des Korneuburger Grundwassers, die Auswirkung auf Leber-ähnliche Zellen. Lt. Frau Grummt wird das Korneuburger Grundwasser durch den menschnlichen Körper entgiftet, kann also problemlos konsumiert werden, auch bei höheren Dosen. Sie konnte keinerlei negative Wirkungen des Korneuburger Grundwassers auf den Menschen feststellen.

Video


vimeo.com/79556252

Diskussionsbeiträge

(ab 1:22:00) Einladung zur Diskussion

(ab 1:26:00) Wieso Anstieg Clopyralid im Juli 2013? Wer definiert Grenzwerte, und wieso sind die im Falle des Korneuburger Grundwassers egal?

(ab 1:30:30) 31kg Clopyralid ausgefiltert, wieso 50 % der Gesamtmenge? Kann man Korneuburger Fische essen? Unterschied Grundwasseraufnahme via Haut und via Verdauung.

(ab 1:37:00) Wie wird sich Fahne auf Langenzersdorf auswirken, welche Art von Umspundung bei Fa. Kwizda ist vorgesehen? Zweite Frage beantwortet von Herrn KR Andreas Stöckl, Geschäftsführer Kwizda Leobendorf.

(ab 1:42:30) Trinkwasser Qualität, Schwerpunkt Leitfähigkeit. Stellungsnahme von Gemeinderat Thomas Pfaffl und Bgm von Leobendorf Karl Stich.

(ab 1:53:15) Noch immer 5 Jahre bis Reinigung der Vergiftung?

(ab 1:55:50) Würden die Vortragenden ihre Enkelkinder im Wasser schwimmen lassen?

(ab 2:00:00) Anfrage von Korneuburger Stadträtin Eli Kerschbaum. Erinnerung an Einladung zum Runden Tisch, Wann wird Donaueinleitung gefiltert / abgedreht, gibt es einen Grenzwert? Abbauraten wg. Zulassung?

(ab 2:06:00) Giftigkeit der schlechten Gerüche (Anm. bitte bei schlechten Gerüchen im Umfeld Leobendorf in das Geruchsbarometer Leobendorf einmelden)? Wie lange belastet Fa. Kwizda schon das Korneuburger Grundwasser? Was passiert beim nächsten Giftfund, wird das auch so lang dauern, bis die Behörde etwas tut? Beantwortet von Dr. Michael Jungwirth, Amtsarzt sowie Herrn DI Manfred Hanglmayer, Abt Wasserwirtschaft.

(ab 2:14:00) Seit wann findet die Vergiftung statt?

(ab 2:17:00) 2 Jahre? Oder doch schon 10? Wieso hat Behörde so spät eingegriffen?

(ab 2:20:00) Grundwasser benutzen: Ja oder Nein? Gießzuschuss durch Fa. Kwizda auch 2014?

(ab 2:23:00) Präsentation Fa. AGES zu den Gießversuchen (DI Elisabeth Hochreiter?), Rückstände in Ernteprodukten

(ab 2:28:00) Wieso hat Fa. Kwizda weniger scharfe Vorschriften als zB "gewöhnliche" Bauern? Wieso wird dort nicht wasserdicht abgeschlossen?

(ab 2:34:30) Überkopfberegnung via Brunnen von Christbäumen seit 2008 - 50 % Ausfall.

(ab 2:36:00) Frage von mir (René Kiesler), ergänzend zu denen von Eli Kerschbaum. Wieso nicht gleich alles in die Donau leiten und wieso ist Clopyralid im Grundwasser problematisch, am Feld aber nicht. Messstellen werden zwar regelmäßig geprüft, allerdings nicht auf Clopyralid. Es gab zwar 2010 eine größere Untersuchung, jedoch wurde es dort nicht nachgewiesen, weil es im kontaminierten Feld keine staatliche Meßstelle gibt.

(ab 2:44:00) (Schnitt wegen Kartenwechsel) Keine regelmäßige, vorgeschriebene Kontrolle von Drainagewässern.

(ab 2:46:00) Umschließung von Fa. Kwizda freiwillig?

(ab 2:47:20) Wieviele andere Kwizda-ähnliche Firmen gibt es noch in Österreich?

(ab 2:48:00) Anfragen von Abg. zum Nationalrat Rudolf Plessl. Wer war Auftraggeber für Humantoxologisches Gutachten? Auch für gerichtliche Gutachten zuständig? Proben von kontaminiertem Betriebsgelände? Werden solche gezogen? Gefährdungseinschätzung für die Umgebung? Wann können Brunnen wieder freigegeben werden?

(ab 2:55:00) War das Bisamberger Brunnenfeld am Netz wie es kontaminiert war? Gefährdungseinschätzung? Beantwortet von EVN Techniker.

(ab 2:59:00) Würde ein ähnlicher Störfall in Deutschland ähnlich saniert werden, auch in Richtung Einleitung in großes Fließgewässer (zB Rhein)?

(ab 3:00:08) Warum nur 3 Hot Spots, nicht zB 10 Hot Spots um Thema rascher in den Griff zu kriegen?

(ab 3:02:00) Ausblick, wie geht"s weiter?

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